Meine neuen Welt-Stücke

Wenn der Verstand still ist, dann ist alles, was geschieht, ein Akt der Liebe und nicht ein Akt des Wissens.

 

Krishnamurti

 

Schäferstündchen (verkauft)

Meine erste Federzeichnung

Botanische Illustrationen zielen darauf ab, das Objekt so akkurat und detailgetreu wie nur möglich darzustellen. Diesen Eindruck, der nur aus nächster Nähe zu erkennen ist, möchte ich nun in größerem Format bewirken. 

Nun möchte ich diesen Effekt umkehren und großformatige Ölbilder schaffen, die, aus der Nähe betrachtet, vielleicht ein wenig grobschlächtig daherkommen. Doch ist es auch wie im richtigen Leben - tritt man einige Schritte zurück, hält Abstand und inne, erkennt man viel deutlicher, worum es sich wirklich handelt. 

Kohlkratzdistel (Cirsium oleracerum) 150x100 cm

Der hier im Format 100x150cm abgebildete und noch nicht geöffnete Blütenstand einer Kohlkratzdistel (Cirsium oleraceum ) erschien mir im Sommer 2015 am Auenteich bei Wölfis. Schon beim Einstellen der alten Kamera hatte ich dieses Bild in größerem Format als üblich direkt vor Augen. Der etwas psychedelisch wirkende Hintergrund spiegelt die Mystik dieses Ortes wieder. Die etwas verwaschenen Umrisse des Blütenstandes und die nach vorn schärfer werdenden Konturen des Blattes verdeutlichen die Tiefe dieser Begegnung...

Wilde Möhre (Daucus carota) 150x100 cm

Sie wird gern übersehen, ähnelt sie doch im Vorbeigehen all den anderen, recht schlicht wirkenden Doldenblütlern. Die Verwechslungsgefahr mit Schierling&Co ist für das ungeübte Auge recht groß, zumal ohnehin und überflüssigerwiese vor dem Sammeln von Wildpflanzen aus freier Natur immer wieder und gern abgeraten wird. Warum wohl?

 

Wer sich der Metarmorphose des Blütenstandes allein einmal hingeben mag, wird feststellen, dass die Wandlungsfähigkeit des Erscheinungsbildes geradezu kosmische Muster anzunehmen vermag. Gleich einer Supernova breitet sich die Blüte aus einem Knäuel heraus aus, verlockt das Leben sie zu besuchen, schließt sich wieder kunstvoll (als ballte man die Hand zu einer Faust) und gibt selbst im vertrocknenden Zustand Anlass zum Staunen.

Expansion und Singularität findet sich hier im Kleinen, wovon uns im Großen jede Vorstellung (trotz Erklärunsgversuchen) fehlen mag.

 

Diese Blüte begegnte mir in einer halboffenen Weidelandschaft am Fuße des Thüringer Waldes, in der ich zwei Tage und Nächte allein unter freiem Himmel verbrachte.