Für dich

Was du bist

 

Welch Farbe würde dich beschreiben? 

Welch Ton träf` deine Welt der Klänge?

Kein Wort vermag dich zu umkleiden, 

kein Lied so treffend dich besänge.

 

Welch Bild mag auch nur wiedergeben, 

was in dir hab ich so erspürt?

Nichts mein Herz kann so beleben, 

wie du meines hast verführt.

 

Du bist des Himmels off´ne Breite,

du bist die Sterne tief im All, 

bist wie ein Weg, führst mich ins Weite,

bist mein liebster Widerhall. 

 

Du bist meiner Meere zahllos Tropfen,

bist meiner Wüsten wilde Winde,

du treibst mein Herz, hörst du es klopfen? 

hinter meines Baumes Rinde?

 

Du bist der Pan in meinen Wäldern,

bist meiner Wiesen Rauschen,

du bist die Lerchen meiner Felder,

ich will nur dir noch lauschen.

 

Du bist der Schnee auf meinen Höhen,

bist meiner Wolken warmer Regen,

bin ich der Wind, bist du die Böen,

bist meiner Sehnsucht Beben.

 

Du bist so schön, du bist so viel,

fließt durch mich, Nacht und Tag,

treibst Wasser unter meinen Kiel,

und meines Herzens Schlag…

 

Mein Alphabet

 

A wie apathisch, so stehe ich vor dir,

B wie betrunken, dreht es sich in mir,

C wie Champagner, mein Herz prickelt und rauscht,

wenn ich D wie Dich seh, bin ich wie ausgetauscht

zugleich E wie erwacht, erhellt und entführt,

weil F wie dein Flackern, mich ernsthaft berührt,

G wie gewaltig, was mich durch dich bewegt,

von A bis Z bist du mein Alphabet!

 

H wie hungrig sind nach dir meine Augen,

die wie I, das Interesse, an Allem aus mir saugen,

wenn ich verwirrt mit Worten wie J jongliere 

und mich K wie konzeptlos im Dichten probiere,

mich im L wie Labyrinth meiner Worte verstricke 

und M so wie Männer nichts mehr überblicke;

du hast meinen N wie Nordpol restlos verdreht,

von A bis Z bist du mein Alphabet! 

 

Du bist so O wie der Odem, den ich inhaliere,

P wie paralytisch ich mich in deinen Augen verliere,

bist so Q quicklebendig, wie R so romantisch,

machst mich S, völlig sprachlos, du bist so gigantisch!

Nochmal S so wie stürmisch, machst mich hungrig und satt,

wirbelst T wie ein Tornado durch mein Zifferblatt.

Bist U wie unsagbar und nicht zu zügeln,

und V wie vorhanden um mich zu beflügeln. 

Dein W wie der Wind wild durch mich weht,

von A bis Z bist du mein Alphabet!

 

Bleibt X wie X-beliebig, was du mir gar nicht bist,

mein Y wie Yin und Yang hast du ganz still geküsst,

mein Z wie Zuckerbrot hast du mir frisch belegt, 

von A bis Z bist du meine Alphabet!

 

Mit zerrissenem Hemd steh ich auf dem Fels

im Gipfelwind

kann spüren

wie es in mir schäumt

durch mich stürmt

mit ganzer Kraft

den Staub meiner Zellen

aufwirbelt

und mich flutet 

mit einem Gefühl

den verborgenen Schatz in mir

wiedergefunden zu haben

Ich lasse mich fallen

in den aufsteigenden Dunst

deines Wasserfalls

atme

und fühle

getragen zu werden

verschwinde in deinen tobenden Fluten

tauche hinab und spüre

vom Strom erfasst

und getrieben

durch enge Schluchten 

Ich schleife schroffe Felsen glatt

deine Gischt über mir tragend

und grabe das Bett deines Flusses

tiefer in deine Berge

weite dein Tal

gleite durch deine Wiesen

und Wälder

teile und vereine mich

Bin ich ein Tropfen?

Bin ich in deinem Fluss?

egal

Ich bin und

fließe

einem Ziel entgegen

dir