Gedanken

In einer Zeit, in der vermehrt Sinnentleertes und Überflüssiges gesprochen, oder vielmehr ausgetauscht wird, wo rhetorisches Geschick und sprachliche Gewandtheit, gepaart mit der immerwährenden Bereitschaft hierzu, ein allgegenwärtiges Fordernis unserer modernen Kultur geworden ist, mangelt es an jenen Bekenntnissen, die uns auch wirklich dort erreichen, wo wir tatsächlich antreffbar, erreichbar sein sollten - in unserem Herzen, unserer Seele.

Unsere Gesellschaft, unser Dasein demnach, definiert sich an blank polierten Oberflächlichen, ebenso unsere Kommunikation. Wir wenden Phrasen und Aphorismen an, um nicht in die Tiefe des Wortes, des Satzes, eines Gespräches hinabsteigen zu müssen. Wir lenken uns ab, wir zerstreuen und zermahlen unsere Gedanken noch bevor wir dem Korn unseres Geistes die Möglichkeit geben, in uns zu keimen und zu reifen. Wir ernten nicht die Früchte unserer Gedanken, sondern folgen meist jenen, welche uns zu denken vorgegeben werden. 

Jeder ist, was er denkt zu sein. Alles was ist, wurde erdacht. Und Alles was wird, sollten wir gründlichst bedenken...

 

Kay Weber

 

"Kein Gedanke hat Bestand, eh er auf Papier gebannt."

 

 

...was hält dich zurück                                               

regennass war der Wald,

trocken meine Stimme,

kleine Tropfen hingen an Beeren

Nebel kroch die Hänge empor

deine Worte sprudeln ungezügelt

wie süßer Tau in mir herab

doch hält dich was zurück…

 

ich glaub dich mir nah

nur bist du flüchtig wie Licht

von dem ich gefüllt bin

und für dich genug habe

dir nur das geben kann, und will,

doch hält dich was zurück…

 

wir stehen am Fluss

ich warte auf diesen einen Blick von dir

doch du wartest noch auf dich

ich stehe daneben und spüre

wie dein Fluss sich staut

und etwas hält dich zurück

 

wir träumen vom selben

tun nur nicht das gleiche

ich ziehe meine Ringe

um dich und um mich

meine Spur ist schwach

und hofft, nicht zu versiegen

denn etwas hält ich noch zurück…

In Gedanken an...                                                         

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gut´ Nacht, mein Liebes, schlafe still, lass dich zu den Ufern tragen;

es gibt nichts, was ich von dir will, ich möcht´ dir nur was sagen.

Dein Atemwind strafft meine Seile, taucht meinen Bug ins Meer,

dein zarter Hauch flieht ohne Eile, meinen gewölbten Segeln hinterher.

Du treibst mich an, führst mich hinaus, führst mich in tiefe Weiten;

bist hinter mir, mir doch voraus; würd´ dich so gern begleiten.

Du tust nichts, doch du tust so viel, was meine Planken spannt,

ich gleite hin, mit ruhigem Kiel, so wie ich´s nie gekannt.

Die Gischt der Wellen mich umschäumen, so leis`, als würd´ich schweben,

hab nie gewagt, mal so zu träumen, geschweige denn zu leben. 

Ich pflüge sanft durch deine Wogen, will deinen Sturm nicht fachen;

will einfach nur mit zartem Bogen, deinen Schlaf bewachen.

Du schläfst, ich wache, blick voraus, schau auf Mond und klare Sterne, 

Du bist so schön, holst aus mir raus, was ich geglaubt in weiter Ferne.

Bist du das Meer, auf dem ich gleite? Bist du aus meinen Träumen?

Ich bin das Schiff, du bist die Weite, ich will kein Ufer säumen.

 

Gut´ Nacht, mein Liebes, schlafe still, hast mich schon weit gebracht, 

es gibt nichts, was ich von dir will, es gibt nur diese Nacht…

 

 

Ich liege wach                                                               

Wenn du in der Nacht zum Himmel hinauf schaust, 

und es ist dir, 

als lachten dir alle Sterne zu, 

dann liege ich wach in der milden Nacht,

noch warm von dir, 

noch voll von deinem Duft, 

von deinem Blick und Haar und Kuß – Mond und Sterne und blaue Nebelluft.

In dich, 

Geliebte, 

steigt mein Traum, 

tief wie in Meer, 

Gebirge und Kluft hinein, 

verspritzt in Brandung und verweht zu Schaum, 

ist Sonne, 

Wurzel, 

Tier,

nur um bei dir,

um nah bei dir zu sein. 

Saturn kreist fern und Mond, 

ich seh sie nicht, 

seh nur in Blumenblässe dein Gesicht, 

und lache still und weine trunken, 

nicht Glück, 

nicht Leid ist mehr, 

nur du,

nur ich und du,

versunken, 

ins tiefe All, 

ins tiefe Meer, 

darein sind wir verloren, 

drin sterben wir und werden neu geboren.

Was ist schon Zeit                                                       

Das Glück ist Liebe, die Liebe ist Glück,

ich hab´s gesagt, und nehm es nicht zurück.

Ich hab´s gefühlt, und fühl es weiter,

der Himmel wird tagtäglich breiter,

die Nächte dunkler, Tage heller,

Zeit geht langsam, Zeit geht schneller.

Zeit bleibt steh´n, verliert Bestand,

Was ist schon Zeit – spür ich erst deine Hand.

Alle Zeit                                                                        

 

Es war noch Zeit, ich konnte gehn

Und alles wäre ungeschehn; 

Und alles wäre rein und klar,

wie es vor jenem Tage war.

 

Doch muß erst diese Stunde schlagen?

Die mit Tränen und mit Klagen,

unwandelbar mit jähem Schritt,

die Türe in die Zarge tritt?

 

Es muß nicht sein, mein Herz steht offen;

Gibt sich hin nur einem Hoffen.

Pulsierend liegt´s in deinen Händen

Jeden Schlag nur dir zu spenden.

 

Es widmet dir die Zeit die´s hat,

es reicht dir seine Seele satt;

in vollen Zügen, Schlag für Schlag,

spricht es für dich nur, Tag für Tag.

 

Ein Baum wächst hoch, und wurzelt tief;

Durch seine Kron´ ein Strahl mich rief.

Durch seine Blätter Sonne sang,

Ein Blick nur aus dem Schlaf mich drang.

 

Lichtdurchflutet, Engelsgleich;

Noch nie gefühlt, so warm, so reich.

 Sternenaugen, Feengesicht;

Fülltest mich mit deinem Licht.

 

Berührtest mich, gabst deine Hand,

führtest mich ins schönste Land;

zogst mich hin zu deinem Munde,

küßtest in mich lustvoll Kunde.

 

Atmest mir mit einem Hauch,

entegegen; alles was ich brauch.

Zeigst mir auf besond´re, deine Weise

Die denkbar schönste Lebensreise.

 

Besagte Stunde soll verbleiben;

Soll die Zeit mit sich vertreiben.

Meine Zeit, die geb ich dir;

Alle Zeit, die haben wir. 

 

Waldvöglein                                                                

Als Vöglein saß ich tags am Rande,

des Waldes, in dem einst ich wohnte.

Und träumte so, und sah ins Lande,

ob zu schauen sich bloß lohnte.

 

Im Felde, Lerchen sangen Lieder,

und flogen Rund´ um Runde,

Im Dorfe unten blüht der Flieder;

war ihre frohe Kunde.

 

Zu warten wäre nun fatal,

ich schoß dem Tal entgegen.

Allein im Nest war eine Qual,

zu Zweien schien ein Segen.

 

Der Flieder, duftend, sinnbetäubend,

so sucht´ ich wild umher im Laube.

Wie Bienen, Blüt´ um Blüt´ bestäubend,

wer mein Herz für immer raube. 

 

Im Astgewirr, sehr wohl versteckt,

verborgen, unter ihren Schwingen,

hat zwar ihr Blick nach mir gereckt,

doch traut sich nicht zu singen.

 

Ich hüpfte nahe zu ihr hin

Sang, so gut ich es vermochte,

Sang mich zu ihrem Herzen hin,

bald hört´ ich wie es pochte.

 

Zwei Vöglein saßen tags am Rande,

des Waldes in dem beide leben.

Und träumten beide, sah´n ins Lande,

und spürten ihre Herzen beben.

 

Wurzellos                                                                      

In deinem Schoße möcht ich ruh´n

In deinem Augenlicht zerfliessen

In diesem Leben will ich´s tun

Will in dein Leben meines giessen

 

In meinen Armen darfst du sein

An meiner Brust find deinen Segen

In mein Herz tritt zaglos ein

Erfüll´ mit dir mein leises Streben

 

Zu dir empor sich reckt mein Willen

Zu seien, wie einst ich gedacht

Lass mich all dein Sehnen stillen

Welches mich zu dir gebracht

 

Nimm mich hin, ich lass dich bleiben

So wie du und ich erbaut

Lass uns von dem Winde treiben

Der sich kaum zu Wehen traut

 

Lass uns trinken von der Quelle

Welche keinen Durst gestillt

Lass uns gehen an der Stelle

Welche keinem Platz gewillt

 

Lass uns rasten an dem Baume

Dessen Krone uns geneigt

Unter dessen Blättersaume

Wurzellos die Welt entsteigt

Lass mich geben                                                                    

Meine Sonne, um die sich alles dreht

Meine Wonne, die alles in mir regt

Du, meine Sterne, zeigst mir meinen Weg

Aus der Ferne, scheint´s ein schmaler Steg

Bin ich dir nah, der Weg wird breiter

Bin ich dir nah, der Weg wird weiter

Du bist der Weg, den ich genommen

Du bist der Steg, den ich gewonnen

Du bist der Berg, mit schroffen Hängen

Ich bin der Zwerg, spürst du mich hängen

Du bist das Meer, mit tiefen Gründen

Ich bin das Heer, bin voller Sünden

Du bist der Wind, ziehst um die Welt

Mal bin ich Kind, mal bin ich Held

Du bist die Glut, und brennst mich an

Entfachst die Wut, beruhigst mich dann

Du bist der Regen, nährst die Erde

Hältst mich am Leben, stirb und werde

Du bist der Fluß, siehst du mich treiben?

So ist´s Genuss, bei dir zu bleiben

Mein Boot ist klein, und nicht ganz dicht

Doch schwimmt es fein, es schwimmt ins Licht.

Es schwimmt zu dir, du bist so hell

Nur ich mit mir, wir treiben schnell

Nur dir entgegen, hin zu deiner Brust

Ewiges Erregen, ungestillte Lust.

Verführung pur, in dir versinken

So lass mich nur, an dir ertrinken

Schenk dir mein Leben, was ich bin

So laß mich geben, frag´ nicht nach Sinn.

 

Geistergarten                                                                

Gekreuzter Weg, inmitt´ ein Brunnen

wofür ich leb, wofür gesungen

Meiner Seele Zweitgesicht

find ich jeden Tag

in deiner Farben warmen Licht

und was ich denken mag

Ein Heim der Geister, Zwerge, Feen,

geschaffen wohl von andrer Hand

zu spüren, aber nicht zu sehen

geheimnisvolles Land

 

Siegel großen Salomons

träge an dem Weg sich windend

Blüten, hohen roten Mohns

duftend Bienen an sich bindend

Wein, geduldig am Spalier

gelangweilt sich lässt wiegen

des Windes lustige Manier

um jedes Blatt zu fliegen

Des Farnes flach Gefieder

hat längst sich aufgerollt

probiert es immer wieder

als ob´s nichts andres wollt

Eibisch strotzt gespitzen Laubes

dem Lichte wild entgegen

der Blütentrichter Gier des Raubes

nach warmen Sonnenregen

 

Ruhige Stunden hier gefunden

bis der Mond erwacht

Dreht er ewig diese Runde

das jeder Stern schon lacht

Deren Freude und Gesang

unhörbar, doch zu seh´n sich lohnt

ist der reine Himmelsklang

der in jeder Pflanze wohnt

So spielen Sonne, Mond und Sterne

gemein mit Mutter Erde

verliebt und immer gerne

ein ewig stirb und werde

Was wäre                                                                      

Wär ich das Meer, wärst du die Flut

Du füllst mich auf, und machst mir Mut

Wär ich die Welle, wärst du die Gischt

Die mich krönt und nicht verwischt

Wär ich der Strand, ich trüge deine Spuren

Und meine Zeit verschläge sich in deinen Uhren

Wär ich die Wolken, wärst du der Wind

der mich antreibt, der mich bestimmt

Wär ich der Himmel, wärst du meine Weite

du gibst mir Tiefe, gibst mir Breite

Wär ich die Blätter, wärst du die Bäume

an denen ich hänge, mit denen ich träume

Wär ich das All, wärst du das Firmament

an dem jeder meiner Sterne hängt

Lass mich dich tragen, mich nach dir streben

ich will es wagen, will durch dich leben

Lass mich dich lieben, mich dich sehen

ich bin getrieben, zu dir zu stehen

Lass mich dir schmeicheln, zu dir treiben

ich will dich streicheln, bei dir bleiben

Regen                                                                            

Lass mich den Regen sein

der dich berührt

Der auf dir rinnt, der dich verführt

der dich erfrischt, der in dich dringt

Der dein Herz ganz neu besingt

 

Lass mich den Regen sein

der dich benässt

Der dich in deinem Sein belässt

der dich zu dem macht, was du bist

der dein Leben liebt, wie´s ist

 

Lass mich den Regen sein

der durch dich fliesst

Der sich in seinem Sein ergiesst

der dich bestärkt, der dich lässt regen

der deine Seele kann bewegen

 

Lass mich den Regen sein

der dich erträumt

Der in dir ruht, der dich aufbäumt

der dich erschläft, der dich erwacht

der wegen dir erst ist gedacht

 

Lass mich den Regen sein

der durch dich fällt

Der dich begiesst, der dich erhellt

der dich erquickt, dein Lachen nährt

der sich deiner so begehrt

 

Lass mich den Regen sein

der deine Wurzeln tränkt

Der dich vereint, der dich nicht trennt

der dich erhält, so wie du bist

der dich erwählt, so wie er ist

Was wäre ich                                                               

Wäre ich ein Dichter, dann wählte ich das Singen

Wäre ich ein Geist, dann wählte ich das Fleisch

Wandre durch die Dünen hemmungsloser Ahnungslosigkeit

immer auf der Suche nach Geborgenheit

 

Wäre ich ein Bauer, dann wählte ich das Schreiben

Wäre ich ein Heiliger, dann wählte ich die Lust

Flöge durch die Winde vollgestopfter Trieblosigkeit

immer auf der Suche nach Glückseligkeit

 

Wäre ich ein Fischer, dann wählte ich das Feld

Wäre ich ein Maler, dann wählte ich das Wort

Tauchte durch das Meer der ausgebrannten Emotionen

immer auf der Suche, nach dem einzig wahren Ort

 

Wäre ich ein Taucher, dann wählte ich den Himmel

Wäre ich ein Bergmann, dann wählte ich die Schlucht

Schwämme durch den Fluss voll angestauter Träume

auf der Suche nach der lustgefüllten Bucht

 

Wäre ich ein Flieger, dann wählte ich den Boden

Wäre ich ein Läufer, dann wählte ich den Stand

Krieche durch die Felsen festgefahrenen Erlebens

auf der Suche nach einer greifenden Hand

 

Wäre ich ein Edelmann, dann wählte ich die Armut

Wäre ich ein Seher, dann wählte ich die Dunkelheit

Liefe durch die Ebenen gestrandeter Visionen

immer auf der Suche nach Gelassenheit

 

Wäre ich ein Träumer, dann wählte ich das Leben

Wäre ich ein Lebender, dann wählt ich den Traum

suchte weit entfernt von mir die Nähe

säß als stummer Vogel auf singendem Baum 

An die Sonne                                                                

Durchtränkt sind meine weichen Glieder, gefüllt von deinem warmen Sein

Durchwärmt ist meiner Seele Mieder, beseelt von deinem Augenschein

Betrunken torkelt mein Erwachen, dem Tag entgegen, der dich bringt

Benommen strebt mein innres Lachen, nach der Stund, die deinem Namen singt

Zeitwächter rütteln an den Uhren, in denen Sand nach oben steigt

Leibwächter meines Herzens Spuren, verwischen jeden Schlag der Zeit

Tagediebe streifen durch mein zähes Blut, sie treiben meiner Adern Schlag

Wage Triebe meiner Sehnsucht Glut, tropfen zäh und träge in den Tag

Aufgefüllt und vollgesogen, schleife ich den Zahn der Stunde

Angebrüllt hab ich den Abend, der mich trennt von deinem Munde

Mein aufgeblähtes Zungenbein, bricht sich an dem Satz des Schweigens

Mein angebranntes Wortgebein, schwehlt an der Hatz des bei dir Bleibens

Lüstern funkeln Hirnesblitze, durch des Geistes tiefen Raum

Sehe durch die Alltagsschlitze, deiner Anmut hellen Saum

Läge gern an deinem Leibe, deiner Grazie, deiner Brust

Treibe durch die Himmelsscheibe, meiner Liebe, meiner Lust

Im Auge der Zeit                                                           

Wie die Sonne hast du meinen Lauf bestimmt

von deinem Leuchten nur ein Faden glimmt

ein rauchend Lämpchen in den dunklen Räumen

die einst erhellt von deinen Träumen

 

Ach, was wollt ich dir nur alles geben

den Fluss der Seele zu beleben

ein eisern Schloss vor hölzern Tor

es kam mir so unbrechbar vor

von Dornenhecken dicht umwunden

schützt du dich vor weit´ren Wunden

 

Die Suche nach des Schwertes Klinge

mit dessen Hieb es mir gelinge

das Band zu brechen, herzumrungen

damit´s vom Blute wird durchdrungen

Dies Schwert mag viele Namen tragen

 nur einen will ich hier heut sagen

 

Kannst sie nicht sehen und nicht fühlen

sie kann nicht brennen, nicht verglühen

sie ist in Einsam- und in Ewigkeit

sie rennt und manchmal stehen bleibt

sie krümmt sich mal, geht gradeaus

sie nimmt sich Ruh, doch geht nie aus

 

Ich hab sie, und davon auch viel

weil nur für dich steht mein Gefühl

Es ist die innre Seeligkeit

seit deinem Dasein hab ich Zeit

Wenn ich nur könnte… (an die Erde)                         

Wenn ich nur könnte, wie ich wollte

wenn ich nur wüsste, wie weit, wie tief

wenn ich nur dürfte, wie ich´s erlebe

wenn ich sagen könnte, wie´s ist

wenn ich nur mehr als Schreiben dürfte

wenn das Seil nicht so dünn und schwankend wäre

wenn der Grat nicht so schmal und die Schlucht nicht so tief wäre

wenn ich nur so dürfte, wie ich bin

wenn meine Nähe nicht so drängend wäre

wenn es dir gut täte...

 

deinen Jammer zu beheben

deine Schmerzen zu mildern

deinen Kummer zu teilen

in deinen Farben zu malen

dein Leben zu nähren

dein Lachen zu begründen

deinen Sturm zu entfachen

deinen Hunger zu stillen

dein Feuer zu schüren

deinen Brand zu löschen

deine Wellen zu peitschen

deine Brandung zu brechen

deine Gischt zu zerstäuben

deine Wolken zu jagen

deinen Regen zu treiben

deine Flüsse zu füllen

deine Berge zu türmen

deine Ideen zu zünden

deine Sehnsucht zu tränken

dein Wort zu hören

deine Güte zu spüren

deine Stimme zu hören

deinem Anblick zu erliegen