Die astrologische Bedeutung des Saturn
Im Lauf der Jahrhunderte wurde Saturn zunehmend nachgesagt, unjugendlich bis jugendfeindlich, machtgierig und herrschsüchtig zu sein. Im Mittelalter war man sich sogar sicher, es mit dem bei weitem bösartigsten Planeten zu tun zu haben – vielleicht liegt dies in seiner gigantischen Entfernung von der Erde begründet.
Gegenüber Sonne, Jupiter und Merkur ist Saturn freundlich gesinnt; mit Mond, Venus und Mars kommt er nicht aus. Der Saturn regiert, was die Entsprechungen betrifft, das Alter, den Knochenbau und die Haut des Menschen. In der Pflanzenwelt herrscht Saturn typischerweise über den Schierling und alle alkaloidhaltigen
Nachtschattengewächse, wie Mohn und Fliegenpilz. Astrologisch wird der Saturn, was die psychologischen Prägungen angeht, die er bedingt, als ein Planet erachtet, der Vorsicht, aber auch Verschlossenheit,
Nachdenklichkeit sowie auch Schwermut und Starrköpfigkeit bedingt. Steht er ungünstig, ruft er auch Enttäuschung, Verlust, Unglück und Einsamkeit hervor. Steht er günstig, so kann er prächtige Phantasie und integre Treue verleihen. Traditionell wird er mit Mineralien und Orten der Ruhe, mit Stätten der Gelehrtheit, aber auch des Okkultismus in Verbindung gebracht.
Auch ansonsten gilt die Magie als stark vom Saturn geprägt. Beim Anrufen von Seelen Verstorbener in spiritistischen Sitzungen und beim Anrühren von prophetischen Salben beruft man sich auf Saturn. Der Talisman des Saturn ist der Onyx oder Saphir, gefasst in Blei.
Als Transit zwingt uns Saturn zur Reduktion auf das Notwendige, kann Energie und Verlust bringen, sucht das rechte Maß, den eigenen Maßstab. Verzicht kennzeichnet manchmal einen Saturn-Transit, er verlangt von uns eine Art Demut. Auf jenem Lebensgebiet, das er mit prüfendem Blick inspiziert, wird man aufgerufen, sich zu konzentrieren und Klarheit zu gewinnen. Er bedeutet Selbstverantwortung, und weist
uns als Transit unerbittlich darauf hin. Die Konsequenzen für das bisher erlebte muss jeder selbst tragen, und das vermittelt Saturn jedem ohne Gnade. Rückläufig stellt er eine innere Prüfung dar, die in jedem eine klar definierte innere Regierung herstellt, da sonst permanent Verletzungen und Kränkungen geschehen, was zu einer Vermauerung der Seele führen kann. Wie bei Jupiter spielt auch bei Saturn der Zyklus eine große Rolle. Saturn braucht für Quadranten ungefähr sieben Jahre; d.h., alle sieben Jahre steht er im Quadrat oder
in Opposition zu sich selbst oder zu einem bestimmten Planeten und spricht so immer wieder ein bestimmtes, nicht beliebtes und schmerzfreies Thema an. Nach etwa 28 Jahren findet seine Rückkehr statt.
Im Tarot entspricht Saturn dem „Universum“ und fordert Vollendung und besonders die Befreiung aus jedweder Form der Gebundenheit; besonders der eigenen inneren, welche nicht selten eine Beendigung des Karmas zu bedeuten hat. Gleichzeitig schliesst die Karte den Kreis, der mit dem Narren begonnen hat und findet zu seinem Ursprung zurück. Die Vollendung also ist gleichzeitig Neubeginn auf der Ebene eines höheren Seins. Das letztendliche Ziel ist erreicht: es ist die Rückkehr zum Ursprung der kosmischen Einheit. Spätestens hier sollte man die Welt sehen, wie sie ist, womit Verkleidungen und Masken ihre Notwendigkeit verloren haben.
Der Steinbock wird im Tarot durch den häufig missverstandenen Teufel vertreten. Er verspricht Zeugungskraft, neue Vitalität, Individualität und Sinnlichkeit. Der Teufel wird hier durch den Gott Pan in Gestalt eines weißen Bergziegenbockes mit mächtigen Hörnern dargestellt und versinnbildlicht schöpferische Energie in ihrer materiellsten, männlichen Erscheinung.
Prinzip:
- Kontrolle
- Abgrenzung
- Struktur
- Wiederkehr
- Vollendung
- Kosmische Vereinigung
- Große Reisen
Saturn wird traditionell als "Hüter der Schwelle" mit Begrenzung und Abwehr in Verbindung gebracht. Er gilt als der große Vereiner und ist bei Astrologen dementsprechend unbeliebt. Doch Niemand wird etwas dagegen haben, dass unsere Haut (Saturnanalogie) schädliche Umwelteinflüsse von unserem Körper abhält.
In jedem komplexen System muß es eine Instanz geben, welche allgemeingültige Spielregeln festlegt, damit kein Chaos ausbricht. Hierfür ist Saturn zuständig. Sein Prinzip beschneidet und lenkt den Entfaltungsspielraum der Zellen und Organe, um die bestmögliche Funktion des gesamten Organismus zu ermöglichen. Ist dieses Prinzip zu stark ausgeprägt, kommt es zur Erstarrung. Auf körperlicher Ebene zeigt sich dies in den vielfältigen rheumatischen Erkrankungen. Starke Schmerzen erzwingen Bewegungseinschränkungen. Seelisch entspricht dies dem Geiz in jedweder Form. Natürlich kann man dann sich und Anderen nichts mehr gönnen und entartet zum freudlosen und verbitterten Pseudoasketen.
Die chronischen Erkrankungen haben sogar den Namen Saturns erhalten: "Chronos" ist der griechische Name. Sie sind deshalb so beständig, weil sie Teil des Systems geworden sind und von diesem nicht mehr als Feind erkannt werden. Ein allzu starker Saturn wird also dazu neigen, Dinge wie Viren oder Bakterien unter sein Reglement zu zwingen, obwohl sie gar nicht hier hin gehören. Ab jetzt arbeiten die Krankheitserreger quasi unter dem Schutz der obersten Verwaltungsbehörde und können nicht mehr eliminiert werden.
Stichworte:
- Austrocknend
- Zusammenziehend
- Atrophie
- Verkleinernd
- Annahme
- Verkümmerung
- Unterernährung
- Verlangsamung
- Chronisch
- Verhärtung
- Unflexibel
Saturmkräuter:
haben einen sauren, bitteren und scharfen Geschmack, sind oft giftig, verschwenden wenig Energie in Duft, Farbe und üppiges Blütenwachstum, meist graugrünlich bis silbrig
- Gefleckter Schierling - Conicum maculatum
- Schwarzes Bilsenkraut - Hyoscyamus niger
- Schwarze Nieswurz - Helleborus niger
- Hanf - Cannabis sativa / indica
- Breit-Wegerich - Plantago major
- Wermut - Artemisia absinthium
- Bittersüßer Nachtschatten - Solanum dulcarama
- Salomonsiegel - Polygonatum odoratum
- Wacholder - Juniperus communis
- Echter Kümmel - Carum carvi
- Weißer Stechapfel - Datura stramonium
- Aronstab - Arum maculatum
- Beinwell - Symphytum officinale
- Große Brennnessel - Urtica dioica
- Beifuss - Artemisia vulgaris
- Hirtentäschel - Capsella bursa-pastoris
Aspekte der Astromedizin
- Erstarrung und Unbeweglichkeit der Knie
- Elastik der Bänder
- Beweglichkeit der Gelenke
- Gelenkrheuma
- alle schleichenden Gebrechen
- Gichtbelastungen
- Skelett
- Rücken
- Knochenkrankheiten
- Altersstarre;
- die Federung der aufrechten Wirbelsäule
- alle langwierigen Krankheiten, daher auch Krebs mit beachten, der traditionell dem Jupiter, aber auch dem Saturn zugeordnet wird
- Alterskrebs ist rein saturnisch
Psychosomatisch: Die „weichen“ Knie, aber auch die Unnachgiebigkeit, der Unglaube, der Verlust, die Demut, Halsstarrigkeit, die sich oft in den Knien ausdrückt.
(in allen Religionen muss gekniet werden), Prüfungsscheu sowie grundsätzliche Lebensangst.
Den Gegenpol stellt das Zeichen Krebs dar.
Förderliches für die Gesundung
- Sich vor Verhärtungen körperlicher, besonders aber seelischer Art hüten
- stets in Bewegung bleiben und versuchen, auf die Stimme der Seele zu hören
- Träume als höhere Botschaften anerkennen lernen
- mineralreiche Nahrung aufnehmen
- Harnsäure deutlich beachten
- auch Säuren-Basen-Gleichgewicht
- Askese nicht zurSchau stellen
- Schlankheitswahn aufgeben
- Magerkeit nicht mit jugendlicher Ausstrahlung gleichsetzen
- bei Schmerzen der Knie diese unbedingt schonen
- Gemüsetage einbeziehen
- Urlaub in warmen Gegenden
- Gelenke in Schwung halten und jeden noch so kleinen Anflug von Gicht ernst nehmen
Charakteristisches
Das Tierkreissymbol wird gewöhnlich als das Gehörn des Steinbocks interpretiert. Als Sinnbild diente ursprünglich ein Zwitterwesen mit dem Kopf und den Läufen eines Bockes und dem Hinterleib eines Fisches, der Ziegenfisch. Die mythologische Bedeutung dieser Darstellung war das Streben aus der Tiefe nach dem Höheren. Es symbolisiert die Entwicklung aus dem Dunkeln, Unbewussten in das Helle,
Bewusste.
In der Tat liegt am Beginn der Steinbock-Phase die Wintersonnenwende. Zu keiner Zeit wirkt die Sonne schwächer und kraftloser. Dennoch werden während dieser Periode die Tage langsam wieder länger – der Talpunkt ist erreicht und wird durchschritten. Im alten Rom feierten die Anhänger des Mithraskultes am 25.12. das Fest der unbesiegten Sonne. Zum gleichen Datum feiern die Christen das Weihnachtsfest, das nicht absichtslos in einen Abschnitt heidnischer Sonnenwendfeste gelegt wurde. Religiöse Hingabe soll in die „richtige“ Richtung gelenkt werden.
In der Steinbock-Phase erreicht die Natur ihre größte Starrheit, alles Leben in der Natur scheint erloschen. Früher musste man mit den Wintervorräten haushalten, um die Familie vor dem Hungertod zu bewahren. Es war eine Zeit der Einschränkung, der unfreiwilligen Askese und der Not. Fehler konnten tödlich sein, so dass Strenge, Zucht und Gehorsam notwendig waren; für die Spontanität der Sommermonate ist im Steinbock kein Platz.
Ein Kennzeichen des harten Winters ist jedoch die Klarheit der Luft, der Blick ist nicht durch Dunst oder Staub getrübt. So bietet der Steinbock die Möglichkeit zur sachlichen Objektivität.
Eine lange Kälteperiode konnte nur überleben, wer Ausdauer besaß und zäh war. Impulsivität (= Widder) oder Kraft (= Löwe) waren von keinem Nutzen.
In der modernen Astrologie repräsentiert der Steinbock das Gesetz, den Staat. Auch dies lässt sich aus der zugeordneten Jahreszeit herleiten: In Notzeiten muß der Ausdruck der individuellen Eigenart gehemmt und diszipliniert werden. Vorräte müssen rationiert, Dienstleistungen übernommen werden. Einschränkungen werden nur dann ohne Murren geduldet, wenn es feste Regeln gibt, wenn sie gerecht sind.
Schlagwörter für das Steinbock-Prinzip
- Einschränkung
- Disziplin
- Objektivität
- Ausdauer
- Willenskraft
- Einsamkeit
- Askese
- Ehrgeiz
- Selbstkontrolle
Wahrnehmungen, Denkgewohnheiten, Weltanschauungen
STEINBOCK - KREBS
Spiritualismus - Materialismus
Dem Steinbock zugestellt ist die antimaterialistische Weltanschauung, jene des Spiritualismus. Der durch diese Weltanschauung geprägte Typus ist durch seine Innerlichkeit von vornherein dazu veranlagt, auch im Materiellen eine Offenbarung des Geistigen zu sehen. Obwohl er selbstverständlich ebenso gut wie der Materialist weiß, dass äußerlich Materielles vorhanden sein muß, fasst er es in erster Linie als Manifestation des zugrundeliegenden Geistigen auf. Solche Menschen interessieren sich meist nicht besonders für die äußere Welt und ihre Gesetze - sie wird als Täuschung empfunden. Sie besitzen jedoch eine starke Sensibilität, daher gibt es für sie nur im Geistigen Wahrheit, Schönheit, Güte - Werte, womit zu beschäftigen sich lohnt.
Wird ein Mensch dieses Typus zum Patienten, dann betont er - oft geradezu demonstrativ - seine antimaterialistische Welteinstellung. Ein Hauptcharakteristikum für ihn ist die Introvertiertheit und abnorme Sensibilität.
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