Chinesischer Apfel (Malus asiatica) und Wildapfel (Malus sylvestris)

Für unsere indoeuropäischen Vorfahren war der Apfel – auch wenn sie die kultivierten Sorten noch nicht kannten – die wichtigste Frucht, die sie durch den Winter trug. Nördlich der Alpen war der Apfel die Speise der düsteren und der toten Jahreszeit, der sie gesund erhielt und zugleich als Totenspeise geeignet war. Noch immer gehört der Apfel zu den vollkommensten Früchten und er ist eines der gesündesten Nahrungsmittel, die wir haben.

Der Apfel symbolisiert in prallen Farben die untergehende Sonne und somit den Übergang  in die Tiefe, die Welt der Elfen, Ahnen und Götter. Die keltische Bezeichnung hierfür war Avalon. Der Apfel ist in der keltischen Mythologie Symbol für Vollendung und Weisheit; die Frucht der Unsterblichkeit und nicht das Zeichen der Sünde. Die Parole der Kirche: Malum ex malo (Alles Unheil kommt vom Apfel), war für die keltischen Neubegehrten nicht leicht zu verstehen, da die Äpfel in der keltischen Mythologie ewige Jugend und Glückseligkeit verheißen. Und nicht nur das: keltische Druiden konnten anhand der Anordnung der Kerne, die ein Pentagramm bilden, eines horizontal durchschnittenen Apfels, vorhersehen, wie fruchtbar das folgende Jahr werden würde. 

In einer anderen Geschichte heißt es: Ein geheimnisvoller Besucher, mit purpurrotem Mantel und goldbesticktem Rock bekleidet, brachte dem großen König Irlands, Cormac, einen silbernen Apfelzweig mit drei goldenen Äpfeln aus der Anderswelt. Wenn man  diesen schüttelte, ging eine liebliche Musik, die Kranke, Schwerverletzte und Wöchnerinnen einschläfern konnte, von ihm aus. König Cormac wollte wissen, woher der Fremde kommt. Dieser antwortete: Aus einem Land, in dem es nur Wahrheit gibt und wo weder Alter, Verfall noch Hass oder Bosheit herrschen. 

In neuerer Zeit war der Reichsapfel, der sich im Besitz des Herrschers befand, Garant des Wohlstandes eines Volkes. 

Heute kennen wir fast nur noch handelsgerechte Formen und Sorten des Apfels mit leicht einprägsamen Namen aus dem Supermarkt. Erschreckend viele der ursprünglich in Nordeuropa vorkommenden 4.000 Apfelsorten sind vergessen, ausgestorben und werden aufgrund ästhetischer Ansprüche der Standardisierungshysterie nicht mehr kultiviert. Den Römern waren zumindest etwa 30 Apfelsorten bekannt. Ein hohes Maß an Farb-, Form- und Geschmacksvielfalt ist verloren gegangen. Zudem ist der Apfel – und hier findet sich eine besondere Form der Schizophrenie – zu einem der am meisten mit Pflanzenschutzmitteln traktiertem (einheimischen) Nahrungsmittel verkommen.  

Das englische Sprichwort: „An apple a day, keeps the doctor away!“  hat nur noch bedingt Gültigkeit. Der Apfel kräftigt das Immunsystem, das Herz sowie den Kreislauf, stabilisiert den Blutzuckerspiegel, kräftigt die Gefäße, reinigt den Darm, beruhigt den Magen, bindet schlechte Säfte sowie überschüssige Säuren und kräftigt das Zahnfleisch. Erwähnenswert ist sein hoher Pektinanteil, ein Faser- bzw. Ballaststoff, der den Blutfettspiegel senkt und Giftstoffe im Darm bindet. Bestimmte Fruchtsäuren im Apfel hemmen schädliche Fermentbildungen und Bakterienansiedelung im Darm. Leider finden sich heute auf der Schale eines Apfels mehr Pestizide als wir vermuten. Bis zu 32 Mal pro Jahr nutzt ein konventionelle Apfelbauer Pestizide gegen Pilze, Insekten und Unkräuter. Die hinzukommende Paraffinschicht auf der Schale, die an sich nur verkaufsfördernd wirken soll, lässt uns kaum eine andere Wahl, als einen Apfel nur noch geschält zu verzehren. 

 

In der planetarischen Signaturenlehre werden alle Rosengewächse gern der Venus zugeordnet. Dies lässt sich aus der Form des Apfels, dessen meist rosafarbenen Blüten, der Essbarkeit seiner Früchte und seiner Ungiftigkeit ableiten. Die Venus steht für Lebensbereiche wie Liebe, Freundschaft, Anziehungskraft, Sexualität und das Heranwachsen. Psychologisch betrachtet, verkörpert die Venus Vergnügen, Lebenskraft, Harmonie und Gefühle. Die Göttinnen Venus, Aphrodite, Astarte und Freya (Freya steht zugleich für Frau Holle - „Schüttle mich und rüttle mich!“) werden ebenso mit ihrer Symbolik in Verbindung gebracht. Venus regiert die Körperbereiche Haut, Nieren (das Assimilationsorgan), die Drüsen (z.B. Schilddrüse) und Venen. Interessant ist hierbei auch ihre Entsprechung mit dem Metall Kupfer, welches in der anthroposophischen und der Astromedizin bei Hormonstörungen, Nieren- und Venenleiden, Libidostörungen, Störungen der Gefühlssphäre, Vitalitätsschwäche und Verkrampfungen gezielt und homöopathisch aufbereitet angewendet wird. 

 

© Kay Weber