Salbei - Salvia officinalis
„Wer jeden Tag ein Blatt vom Salbei isst, wird sein Leben lang nicht krank.“, soll J.W v. Goethe behauptet haben - aber ihm wird ja Vieles angedichtet. Sicher hat er die Aussage eines alten Heilkundlers oder sogar auch von Hildegard von Bingen zitiert, die sich ja oft ähnlich ausdrückte; und durch seine Popularität wird ihm zugeordnet, was zuvor nur wenig bekannt war.
Diesen Salbei zeichnete ich im Sommer des Jahres 2024. Er tauchte zwei Jahre zuvor direkt an der Kalksteinmauer meines Treppenaufganges zum Haus in Buchfart auf. Im ersten Jahr zeigte sich ein kleines und zierliches Pflänzchen. Im zweiten Jahr war er zu einer Größe herangewachsen, die ungefähr etwa dem zehnfachen des ursprünglichen Pflänzchens entsprach. Im dritten Jahr katapultierte er sich zu einem beeindruckenden Strauch, den ich abfangen musste, weil er sich weit über den Weg beugte, der am Haus vorbeiführte.
Hier, vor meiner Tür, vereinigen sich der Ilmwanderweg, der Drei-Türme-Weg und der Goethe-Weg. Dementsprechend war hier viel Bewegung und nicht immer achteten die Wanderer darauf, wohin sie traten.
Im Mai 2024 blühte er zum ersten Mal und die vielen einzelnen Stämme, die sich gebildet hatten, waren inzwischen daumendick. Die Blaue Holzbiene schwirrte einige Wochen tief brummend unentwegt von Blüte zu Blüte und wechselte kurz darauf zu den sich teleskopartig nach oben schiebenden und sich öffnenden Blüten des Muskatellersalbei, der sich mit noch mehr Vitalität in meinen kleinen Rabatten vor dem Haus ausbreitete, mit seinem Duft schon von Weitem kündete und massenhaft Samen produzierte. Kaum, dass ich im Frühsommer meine Tür öffnete, sog ich den markanten, tiefaromatischen und beinah schon animalischen Geruch tief und genussvoll ein.
In diesen Tagen wusste ich noch nicht, dass dieser Salbei eine der letzten Pflanzen ist, die ich hier in Buchfart zeichnen werde. Dafür gab es jedoch einen sehr schönen und äußerst liebreizenden Grund. Der Salbei steht heute, im Jahr 2026, noch an der gleichen Stelle. Im Herbst des letzten Jahres habe ich ihn ein wenig gestutzt, verdorrte Ausleger entfernt, ihm eine letzte Fürsorge zukommen lassen. Kürzlich, Anfang Februar 2026, besuchte ich Buchfart. Die Wohnung ist noch unbewohnt, mein Salbei steht noch da. Wenngleich auch noch in winterlicher Blässe. Trotzdem tauchte sein frühsommerliches Blühen wie auch sein Duft in meinem Geist auf. Begleitet von den üblichen, lieblichwarmen Dorfszenen - und ich wurde von einer ordentlichen Wehmut beschlichen.
Noch habe ich ein halbes Glas von seinen Blättern, aus denen ich mir hin und wieder einen Aufguss brühe, wenn ich Heimweh bekomme oder mich ein wenig Unwohlsein beschleicht.
Der Echte Salbei soll ursprünglich nur auf der Balkanhalbinsel gewachsen sein, maßgeblich in Dalmatien. Inzwischen ist die Pflanze jedoch im gesamten Mittelmeergebiet verbreitet und wird auch abseits davon kultiviert. Nur frage ich mich, ob die anthropogenen Aufzeichnungen weit genug zurück reichen, um solche Behauptungen endgültig aufstellen zu können.
Der duftende Halbstrauch wird bis zu 70 cm groß. Die Blätter sind eher dick, graugrün und insbesondere unterseitig weiß-filzig behaart. Die unteren Teile des Strauchs sind oftmals stark verholzt und am Grunde wachsen für gewöhnlich zwei kleine Nebenfiedern, die „Öhrchen“ genannt werden. Oberhalb der Blattregion befinden sich blaue Lippenblüten, die als lockere Ähre aus 5- bis 10-blütigen Quirlen zusammengesetzt sind. Die Blütezeit des Echten Salbei liegt zwischen Juni und Juli. Beim Zerreiben der Salbeiblätter wird der charakteristisch angenehme Geruch nach ätherischem Öl freigesetzt. Diese Öle befinden sich in Drüsenschuppen, die bei Kontakt beschädigt werden.
Diesem Geruch kann ich eine gewisse Tiefe entnehmen, die mich in eine Erinnerung versetzt, deren Herkunft ich nicht vernünftig herleiten kann. Aber ich werde erinnert. An ein Wirken in der Tiefe, an absolute Entspannung, an Gelassenheit, innere Ruhe, Abgrenzung, Frieden und Schutz. Und an eine Art des sich dem Fluß des Lebens vertrauensvoll hingeben zu können. Aber diese Erinnerung findet nicht in diesem Leben statt. Auch nicht in einem möglicherweise vorangegangenen Leben. Das weiß ich seltsamerweise aus einer undefinierbaren Überzeugung heraus. Eine Erinnerung, nicht aus dieser Welt. Es ist wohl eher eine Welt, die an unsere alten Märchen erinnert oder eine Welt, wie J.R.R. Tolkin in seinem „Herr der Ringe“ oder Clive Staples Lewis in „Die Chroniken von Narnia“ beschreiben. In der es Fabelwesen gibt, man die Sprache der Tiere und Pflanzen ohne direktes Hören versteht, durch Beobachtung lernt, es nicht viele Worte braucht und sich Wissen aus der Wahrnehmung einstellt. Eine Welt, die in unserem Dasein keine Möglichkeit hat, sich zu zeigen, sich zu öffnen oder zu entfalten. Die sich, um sich zu schützen, selbst vor uns verschließt. Keinen Zugang gewährt (von Kleiderschrankrückwänden abgesehen). Sie scheint aber da, sie scheint nah, zum Greifen nah - dennoch ist sie für uns unerreichbar, weil wir weder den Glauben noch das Vertrauen haben, uns selbst vorbehaltlos und ohne Erwartung gehen zu lassen.
Ich weiß - das mag ziemlich hyperesoterisch und spirituell völlig überzogen klingen und die Frage entsteht wohl zu recht, was ich geraucht haben möge. Doch platziert sich in diesem Gefühl eine Präsenz der Gewissheit, vielmehr das sichere Wissen darüber, der jeden Zweifel an irgendeine Spinnerei dementiert. Eine Art instinktives Vertrauen in dieses sogenannte morphogenetische Feld. Es fühlt sich unverrückbar wahr an. Und ehrlicher als manch Irdisches.
Die Wärme, das Vertrauen, den Schutz, die Zuneigung und die Liebe, die aus diesem Duft strömt, hat nichts mit jener Welt zu tun, in der wir uns befinden. So in etwa lässt sich diese meine Wahrnehmung beim Aufsaugen des Duftes beschreiben. Vielleicht sind Pflanzen ja wirklich ein Bindeglied, das uns in andere Sphären und Welten tragen kann. Und vielleicht sind jene Pflanzen, die das durch eine besonders starke psychedelische (den Geist erweiternde) Wirkung verursachen können, genau deshalb als bedenklich, giftig oder äußerst gefährlich kategorisiert. Nicht, weil sie eine Gefahr für uns darstellen, sondern weil sie uns etwas zeigen und eröffnen können, was uns nicht mehr loslässt und weshalb wir „verrückt“ werden. Heraus aus einer bisher soziopathischen Welt in eine Welt mit paradiesischen Anmut. Doch selbst dieser Blick durch und hinter den uns umgebenden Ganztagsnebel bleibt uns verwehrt, weil der Glaube einfach nicht mehr existiert. Trotzdem bin ich überzeugt, dass das, was als morphogenetisches Feld beschrieben wird, tatsächlich eine andere Welt oder Daseins-Sphäre ist, zu der wir Zugang erlangen können. Wahrscheinlich aber nur, wenn wir wirklich bereit und reif dafür sind, die möglichen Einblicke verarbeiten und ebenso verantwortungsvoll für uns und Niemanden zum Schaden oder Nachteil anwenden können. Wer solche Pflanzenwirkungen aus hysterischer Neugier erzwingt oder gar nur zum Spaß für einen „Trip“ ausprobiert, wird mit empfindlichen Denkzetteln rechnen müssen, welche die Pflanzengeister für uns bereit halten. Selbstexperimente mit Tollkirsche und Stechapfel künden deutlich davon.
Unsere größte Blockade zu tieferem instinktiven, oder besser, archaischem Erkenntnissen, ist meines Erachtens nach unser kognitives Wissen, das uns beschränkt, weil wir unverrückbar nur noch an das glauben, was man uns im Laufe unseres Lebens eingetrichtert hat und an das wir gebetsmühlenartig immer wieder und erneut erinnert werden. Die Welt funktioniert mechanistisch, ist rein atomistisch aufgebaut, Alles muss eine Logik in sich tragen und nach eben dieser Erwartungshaltung reagieren. Alles muss berechenbar, kalkulierbar, planbar, erklärbar, beweisbar, wissenschaftlich belegt und bestenfalls regenerierbar sein.
Es ist recht schwer, hierfür Beschreibungen zu finden, die nicht den Eindruck erwecken, aus ethnobotanischen, ethnopharmazeutischen oder anderen und ähnlichen vorangegangenen Schriften abgekupfert worden zu sein. Schließlich können wir nur mit unserem vorhandenen Wissen beschreiben und nicht mit dem, was wir nicht wissen. Auch können wir nur die Worte wählen, die wir kennen. Sobald wir ein Wort selbst kreieren, schlägt die Autokorrektur Alarm und befeuert uns mit möglichen Alternativen. Was, wenn der Fundus an Worten, den wir haben, nur ein Bruchteil dessen ist, welchen es an Worten wirklich gibt? Oder die es einst gab? Worte, die durch zyklische Übersetzungsszenarien und dauernde Sprachaktualisierung verschwunden „worden“ sind…
Diese Erlebniswelten mögen recht individuell wahrgenommen werden. Bei dem Einen mehr, bei dem Anderen weniger, bei dem „Nochanderen“ gar nicht. Trotzdem glaube ich, dass wir alle diese Anlagen in uns tragen und der Aufenthalt in der (möglichst unberührten) Natur und der Kontakt mit vorwiegend indigenen Pflanzen diese „Erinnerung“ stimulieren und aktivieren kann. Das es in unserer Gesellschaft durchaus subtile und für unmöglich gehaltene Mittel und Wege gibt, diese Fähigkeit zu reduzieren oder gar auszutreiben, ist diskutier-, aber nur schwer beweisbar. Auf jeden Fall jedoch wahrnehm- und vermutbar, mehr jedoch nicht. Und auch auf jeden Fall findet genau das statt.
Ich stelle zumindest für mich Eines fest; nach einigen Tagen und Wochen des Arbeitslebens und der damit einhergehenden Entkoppelung von meinem mir angedachten natürlichen Umfelds, stelle ich durchaus eine Art der gedanklichen Abstumpfung fest. Einen Verlust meiner Kreativität, meiner Lebensfreude, meiner Zuversicht, meiner mir eigen gewordenen Lebensfreude. Noch dramatischer wird dies, wenn ich von weltlichen Nachrichten (wonach wir uns richten sollen) oder auch nur Gesprächen darüber etwas mitbekomme. Das zieht richtig runter. Das stumpft ab. Das schafft trübe, ausweglose und bisweilen auch ausweglose Gedankenwelten. Soll es ja auch.
Gehe ich nach solchen Zeiten in den Wald, bestenfalls in einen noch einigermaßen richtigen Wald
und keine monokulturelle Fichtenplantage, dann hellen nach einigen Kilometern meine Gedanken wieder auf. Und es kommen Gedanken, von denen ich mich wundere, wie und woher sie mich
beschleichen, weil sie sich nicht anfühlen, als entsprängen sie meinem Hirn oder meinem willentlichen Geist. Besonders dann, wenn ich mich einer Pflanze nähere - und mag diese noch so einfach erscheinen - erreichen mich Botschaften, die fühlbar einer anderen Sprache entspringen, aber in meiner gedanklich gesprochenen Sprache ankommen. Wie gesagt - so fühlt es sich an. Dieses Gefühl wird durch die bloße Betrachtung, das Berühren, den Geruch und - wenn hierfür geeignet - auch den Geschmack ausgelöst. An sich schon eine ziemlich innige Beziehung, wie man sie sich bei nur wenigen Menschen vorstellen und bisweilen wünschen kann. Doch wird man von Menschen wesentlich öfter getäuscht und hinters Licht geführt.
Doch bevor ich mich weiter in diesen sicher weltfremd daherkommenden Sphären verliere und komplett als Freak stigmatisiert werde - obwohl noch zu beweisen wäre, welche Welt nun wirklich die entfremdende ist -, wende ich mich besser den Wirkspektren des Salbei zu.
Wie schon angedeutet, hilft der Salbei bei gastrointestinalem Unwohlsein.
Die medizinische Wirkung dieses aromatischen Heilkrauts ist auf zwei wesentliche Wirkprinzipien zurückzuführen – die des ätherischen Öles und die der Gerbstoffe. Das ätherische Öl besteht zu etwa 60 % aus Thujon, aber auch Cineol, Campher und Thujylalkohol sind enthalten. Es wirkt vor allem keimtötend (antiseptisch und fungizid). Die enthaltenen Inhaltsstoffe aus den Gruppen der Gerbstoffe und Flavonoide sind maßgeblich für die antientzündliche und adstringierende, also zusammenziehende, abdichtende Wirkung verantwortlich. Dadurch wirkt Salbei antientzündlich und keimtötend - also auch desinfizierend. Darüber hinaus wirkt er schweißhemmend bei übermäßigem Schwitzen. Er ist also geeignet für Menschen, die unter Nachtschweiß, aber auch psychosomatisch bzw. hormonell bedingter vermehrter Schweißbildung neigen. Salbeiblätter enthalten zudem Bitterstoffe, worüber sich die Leber (der Sitz der Emotionen) am meisten freut. Sowohl wegen seiner antientzündlichen Wirkung als auch wegen der Stimulation der Verdauungssäfte durch diese Bitterstoffe ist der Salbei auch zur Behandlung von Magen-Darm-Beschwerden geeignet.
Insgesamt wirkt er entspannend, beruhigend und harmonisierend. Vergleichbar mit einem inneren Durchatmen, wenn man mit dem bitteren Geschmack zurecht kommt. Ich kenne Menschen, die von Salbeitee regelrechte Würgereize bekommen, Tee von Wermut hingegen bedenkenlos und ohne mit der Wimper zu zucken trinken können. Und Wermut ist nach meinem Dafürhalten ein wirklicher Bitterkracher! Aber wir nehmen die Dinge ja unterschiedlich wahr. Blau ist eben auch nicht immer Blau.
Oft wird Salbeitee auch als Gurgel- und Spülungslösung bei Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut sowie bei Hautentzündungen angewendet. Zudem soll er auch die Stimmen von Rednern und Sängern geschmeidig halten.
Auf den Salbei als Heilmittel verweist die lateinische Bezeichnung „Salvia“, die vom lateinischen „salvare“ für „heilen“ abgeleitet ist. Wie viele Wertschätzung dem Salbei entgegengebracht wurde, verdeutlicht ein altes Sprichwort: „Warum soll der Mensch sterben, wenn Salbei in seinem Garten wächst?“
Auch zum Räuchern ist Salbei sehr gut geeignet. Diese Form der ätherischen Reinigung sollte viel öfter vollzogen werden. Das Verbrennen von Salbei ist eine der ältesten und reinsten Methoden, um eine Person, eine Gruppe von Menschen oder einen Raum zu reinigen und unerwünschte Geister zu vertreiben. Der Brauch geht auf prähistorische Zeiten zurück und wurde nachweislich in allen Teilen der Welt von unseren Vorfahren angewendet. Einfach ausgedrückt: Salbei beseitigt Bakterien in der Luft. Der Salbei-Rauch gelangt schnell ins Gehirn und wird effizient vom Körper aufgenommen. Wissenschaftler haben beobachtet, dass Salbei bis zu 94 Prozent der in der Luft befindlichen Bakterien in einem Raum beseitigen und die Luft desinfizieren kann. Wenn Salbei verbrannt wird, setzt er negative Ionen frei, die den Menschen in eine positive Stimmung versetzen. Weitere Eigenschaften, die dem Salbei zugeschrieben werden, wenn er verbrannt wird, sind die Vermittlung von Weisheit, Klarheit und die Steigerung des spirituellen Bewusstseins.“
Der Salbei ist für mich ganz klar eine Jupiter-Pflanze . Olaf Rippe schreibt hierüber: „Zusammen mit Venus und Sonne verkörpert Jupiter das Prinzip der Harmonie und Wohltätigkeit. Er ist der große Gönner in der Astrologie. Glück, Einfluß und Reichtum sind dem beschert, der eine gute Jupiterstellung im Horoskop hat. Jovialität (Jovis = Jupiter) zeichnet den Jupitermenschen aus.
Jupiterpflanzen sind so wohltätig wie ihr himmlisches Vorbild. Zusammen mit Venus und Sonne unterstehen dem Regenten des Olymp Bäume mit eßbaren Früchten sowie Kornfrüchte. Viele weitere Laubbäume sind ebenfalls jupiterhaft (Kastanie). Dies gilt besonders für die Eiche (Quercus robur), in deren mächtiger Gestalt sich der kraftvolle Geist von Zeus/Jupiter verkörpert (robur = Kraft). In der Tat ist die Eiche nicht nur tonisierend und kräftigend, sondern auch ein wichtiges Mittel bei Vergiftungen (bindet Alkaloide und Schwermetalle), Entzündungen und Hautallergien. Eine Reihe weiterer Jupiterpflanzen eignen sich ebenfalls zur Behandlung von Haut- und Bindegewebsleiden (Beinwell, Borretsch, Dachwurz, Kastanie, Klette).
Bei der Betrachtung der Signaturen zeigen auffallend viele Pflanzen Gemeinsamkeiten mit der Sonne (Link: Die Sonne). Zum Beispiel eine majestätische Gestalt, der leicht bittere und würzige Geschmack, leuchtende Farben, besonders Gelb und Blau (Artischocke, Engelwurz, Gelber Enzian). Viele dieser Pflanzen zeigen eine leberspezifische Wirkung. Da das Jupiterorgan Leber nicht nur ein Stoffwechsel- und Entgiftungsorgan ist, sondern auch für unser Temperament verantwortlich ist, dienen solche Pflanzen, neben der Behandlung von Leberleiden, auch zur Therapie seelischer Störungen.“
In der Astrologie wie auch der Astromedizin steht Jupiter (Link: Der Jupiter) als Wohltäter und lebensbeherrschender Königsplanet und ist, außer gegenüber Mars, allen Planeten freundlich gesonnen.
Er regiert die Reife des Menschen, reguliert den Blutstrom und die Leberfunktion; auf der weniger sympathischen Seite vermag er Geiz und Vergesslichkeit zu bedingen.
Die unter Jupiter Geborenen haben in der Regel sowohl zu Menschen als auch zu Tieren und Pflanzen große Zuneigung und ein gutes Verhältnis; sie erfreuen sich aller Prachtentfaltung, sowohl weltlicher als auch geistiger Art. Jupiter wird in Verbindung gebracht mit Ordnung, Reichtum, Luxus, Ruhm, Erfolg und Sicherheit. Unter einem gutem Aspekt bedeutet er Glauben und Weisheit, Gerechtigkeit und Ehrlichkeit. Unter einem schlechten Aspekt bringt er Unvorsichtigkeit, Unverständnis, Unbesonnenheit und Tyrannei. Mit Jupiter stehen Saphir, Karneol und Amthyst in Verbindung.
Jupiter bringt auf das Lebensgebiet, das er gerade durchläuft, Expansion, Gelegenheit zum Wachstum und geglückte Umsetzung von Vorhaben. Er neigt aber auch zu Übertreibungen aller Art, und daher sollten dahingehend Motive genau betrachtet werden, auf welchen Fundament Vorhaben und Expansionsversuche stehen. Wie man mit Jupiter-Transiten umgeht, ist anhand des Jupiter-Zyklus gut zu beobachten. Er braucht ungefähr zwölf Jahre, um einmal den Tierkreis zu umrunden.
Im Tarot findet man Jupiter unter dem Rad oder Fortune, dem Glück. Diese Karte beinhaltet Neubeginn, Erweiterung, Kreativität, Selbstverwirklichung und unerwartetes Glück.
Das Rad (Link: https://meinekraft.ch/Karten/Tarot/Tarot13.php?start=1) ist Symbol der Ganzheit, in stetiger Bewegung begriffen und doch in seiner Gesamtheit unverändert. Es weist in seiner Gesamtheit jedoch darauf hin, daß wir der Schmied unseres Glückes selbst sind und gute Gelegenheiten zu erkennen und zu nutzen uns bereithalten sollen. Was zu dieser Bereitschaft jedoch gehört, verrät das Rad selbst nicht – es kehrt nur immer wieder und zeigt uns die Möglichkeiten, die wir haben können.
©kayweber
Der Salbei
Der, welcher Salbei hat, mich wundert, dass er stirbt.
Doch wisse, dass der Tod ein jedes Kraut verdirbt.
Die schwachen Nerven, das Zittern der Händ´,
Das hitzige Fieber wird auch abgewendt.
Salbei, Lavendel samt gerechtem Bibergeil –
Nach Schlüsselblumen und nach Brunnenkresse eil,
Wenn etwa vom Schlag die Glieder sein berührt,
doch wisse,
dass der Preis dem Salbei voll gebührt.
"Cur moriatur homo, cui salvia crescit in horto!"
"Warum sollte der Mensch sterben, in dessen Garten Salbei wächst!"