Scharfer Hahnenfuß
Ab dem Monat April versinken feuchte Wiesen regelrecht unter einem satt gelb glänzenden Schleier – den Blüten des Hahnenfußes. Bis etwa über einen Meter recken sich die Halme in die Höhe und krönen den gerade zaghaft angebrochenen Frühling. Als Kinder haben wir etliche Sträuße für unsere Mütter gepflückt, in der Annahme, es wären Butterblumen. Der Volksmund lässt mancherorts diesen Namen auch zu, meint aber, um es genau zu nehmen, die Sumpfdotterblume, die jedoch auch zu den Hahnenfußgewächsen zählt.
Alle Hahnefußgewächse (brennender Hahnenfuß, Knollenhahnenfuß, scharfer Hahnenfuß, Sumpfdotterblume, Rittersporn, Leberblümchen u.v.m.) zählen für Menschen als grundsätzlich giftig. Die Symptome finden Ausdruck in Entzündung der Speiseröhre, Sodbrennen und Magenschmerzen, Überfunktion der Bauchspeicheldrüse, Erbrechen, Durchfall, Zittern, Funktionsstörungen des zentralen Nervensystems, beschleunigtem Atmen und der Störung der Herztätigkeit. In besonders schweren Fällen kann der Tod eintreten, doch um diese Dosis zu erreichen, bedarf es eines völligen Ausschalten des natürlichen Geschmacksempfindens. Zu solch hohem Verzehr ist es früher jedoch gekommen, da die Blätter des Hahnenfußes als Abführmittel verwendet wurden.
Durch Trocknen und kochen zerfallen die Gifte und das Kraut verliert seine Toxizität. Die Volksmedizin setzt Hahnenfuß bei Kopfschmerzen, Neuralgien, Rheuma und Podagra (Gichtanfall im Großzehengrundgelenk) ein. Die Pflanzenteile wurden in verarbeiteten Zustand auf eiternde und schwer heilende Wunden sowie bei Hauttuberkulose aufgetragen. Das Protoanemonin stimuliert in geringen Dosen die Funktion des Nervensystems und erhöht das Hämoglobin der roten Blutkörperchen. Zudem hat es eine bakterien- und pilztötende Wirkung.
Maria Treben empfiehlt, den Hahnenfuß zu Asche zu verbrennen, diese zu verreiben und mit Wasser homöopathisch auf die achte Dezimalpotenz D8 zu bringen. Dieses Präparat über die Äcker gesprüht, soll diese in wenigen Jahren Unkrautfrei machen.
Ich fühlte mich von Maria Trebens empfohlener Anwendung inspiriert und habe eine Ableitung dessen zur Bekämpfung des Birnenrostes am uralten und riesigen Birnbaum im Jenaer Hinterhofgarten ausprobiert. Hier nahm ich drei Hände voll vom Birnenrost befallene Blätter und legte sie drei Wochen in reinen Alkohol. Diesen Auszug verdünnte ich bis zur Dezimalpotenz D8 und erhielt natürlich eine erhebliche Menge des Präparates. Der Baum war ja auch wirklich sehr groß. Und wie es sich gehört, habe ich die einzelnen Potenzstufen rhythmisch und den Zielgedanken denkend wie mich auch bedankend gerührt. Jeden darauffolgenden Tag goss ich den Baum mit dieser Mischung und sprühte ihn überall dort ein, wohin ich gelangen konnte.
Im Jahr darauf blühte und grünte er wie all die Jahre zuvor auch, nur mit dem Unterschied, dass der Rostbefall weitaus und deutlich weniger war und der Baum seine Früchte bis zur Erntereife trug, was er zuvor nicht gemacht hat. Ich kannte den Baum noch aus meiner Kindheit - und auch seine saftigen und zuckersüßen Früchte.
Und weil es so gut funktionierte, wendete ich diese Methode auch bei den vom Buchsbaumzünsler befallen Buchsbaumhecken bei meiner Mutter an - und es funktionierte tadellos. Natürlich ist das ziemlich aufwendig und man muss die Behandlung schon jeden Tag ausführen; oder zumindest so lange, bis die Menge an hergestelltem Präparat aufgebraucht ist.
Meine Schwester, selbst eine hervorragende Heilpraktikerin, hatte ein eigenes Mittel, um ihre Buchsbäume zu retten. Eine Mischung aus frisch gepresstem Knoblauchsaft, Zitronensaft und einer weiteren Zutat, an die ich mich nicht erinnere. Diese hat auch hervorragend funktioniert.
Wie dem auch immer sei; erfreuen wir uns an dem im Wind sich wiegenden, buttergelben Teppich im Frühling und pflücken unseren Müttern einen Strauß „Butterblumen“!
Im Hahnenfuß finden sich die planetarischen Signaturen der Sonne (Mitte,Energiefreisetzung, Leben, Gefühlsäußerung, Gleichmaß), die des Jupiters (Ausdehnung, Anreicherung, Wachstum, Neubeginn, Erweiterung und Glück) und die des Mars (Abwehr, tiefgreifende Transformation, Platz für Neues, spirituelle Erneuerung).
©kayweber